Mit einem Testplanverfahren wurde in Luzern die bauliche Gesamtstrategie für das östliche Spitalareal erarbeitet. Diese sieht in einem ersten Schritt den Neubau Kinderspital / Frauenklinik vor. Schon in diesem Jahr geht es los.

Fotos: www.luks.ch

Die Bevölkerung wächst, die Ansprüche an die Medizin steigen, die verfügbaren Flächen am Luzerner Kantonsspital (LUKS) sind knapp und der wirtschaftliche Druck auf die Spitäler bleibt gross. Das LUKS stellt sich diesen Herausforderungen. Mit verschiedenen Planungs- und Bauprojekten werden zurzeit die Weichen für die Zukunft gestellt. Am Standort Luzern war dazu die Erarbeitung einer baulichen Gesamtstrategie notwendig, die zukünftige Entwicklungsflächen und die schrittweise Ablösung bestehender Gebäude aufzeigt.

Ein Spital ist nie fertig gebaut

Insbesondere am Standort Luzern mit zahlreichen Gebäuden unterschiedlichen Alters und Zustands. Mehrere Gebäude sind am Ende ihres Lebenszyklus angelangt und müssen demnächst erneuert werden. Die räumlichen Strukturen entsprechen nicht mehr den Bedürfnissen eines modernen Spitalbetriebs. Totalsanierungen bei laufendem Betrieb sind schwer umsetzbar, belastend und teuer. Aus diesem Grund sind Neubauten Sanierungen vorzuziehen. Die bestehende Infrastruktur bietet heute keine freien Flächen mehr. Darüber hinaus ist das Areal weitläufig und die Wege sind lang. Durch ein Näherrücken der Bauten können Freiflächen geschaffen, betriebliche Abläufe vereinfacht und die Orientierung für Patienten und Besucher verbessert werden.

Das 1971 erbaute Kinderspital ist veraltet und es herrscht Platzmangel

Im Februar 2019 informierte das LUKS über den neuen Standort für den Neubau Kinderspital / Frauenklinik und startete mit einer öffentlichen Ausschreibung die Präqualifikation des Studienauftrags. In der Zwischenzeit wurden fünf Planungsteams ausgewählt und das LUKS konnte im Sommer mit dem Studienauftrag starten. Das Siegerprojekt des Studienauftrags wird Mitte 2020 bekannt gegeben. Grund für den Neubau ist, dass das 1971 erbaute Kinderspital veraltet ist und Platzmangel herrscht.

Um die Anerkennung des Perinatalzentrums (Geburtshilfe, Neonatologie und Neugeborenen-Intensivstation) zu sichern, wird die Frauenklinik direkt an das Kinderspital angebaut. Diese räumliche Anbindung ist Voraussetzung für den Erhalt der Zertifizierung des Perinatalzentrums und damit der Versorgungsqualität in der Region. Das Gebäude der heutigen Frauenklinik wird bei der Fertigstellung des Neubaus rund 25-jährig und sanierungsbedürftig sein. Nach der Sanierung des leeren Gebäudes kann das LUKS die Infrastruktur aufgrund der Raumknappheit auf dem Areal optimal weiternutzen.

2019: Vorbereitungsarbeiten sowie eine Baueingabe für den Aushub

Bereits Ende 2019 sind erste Vorbereitungsarbeiten sowie eine Baueingabe für den Aushub für den Neubau Kinderspital / Frauenklinik geplant. Die Fertigstellung des Neubaus ist auf 2025 vorgesehen. Das heutige Kinderspital und die Frauenklinik bleiben bis zum Bezug des Neubaus vollumfänglich in Betrieb. Aus Platzgründen und um den Verkehr auf dem Areal zu reduzieren, wird zudem in Zukunft die Parkierung auf dem Areal neu organisiert. Sie soll künftig unterirdisch unter dem Neubau Kinderspital / Frauenklinik erfolgen und ist langfristig erweiterbar. Sie wird das heute bereits 50-jährige Besucher-Parkhaus ersetzen. Unter dem Neubau Kinderspital / Frauenklinik ist zudem ein Erdspeichersystem für eine nachhaltige Energieversorgung vorgesehen.