BLIGG im Vodcast mit Andy Wolf: «Ich war jetzt 30 Jahre Hauptdarsteller»

Andy Wolf empfing BLIGG im Studio von Radio Lozärn. Der Zürcher Musiker, mit bürgerlichem Namen Marco Bliggensdorfer, hatte wenige Tage zuvor sein 18. Studioalbum «The Bligg Picture» veröffentlicht und war kurz davor 50 Jahre alt geworden. Im Vodcast erzählte er von seiner Stimmband-Operation, von der Zusammenarbeit mit Gölä und dem Chor des 21st Century Orchestra und davon, was nach der Jubiläumsshow zu 30 Jahren Bühne kommen soll.
Mit 20 blickt man anders aufs Leben als mit 50. Andy Wolf spricht BLIGG auf seinen runden Geburtstag an und möchte wissen, ob das Älterwerden Spuren hinterlässt – oder ob die 50 für ihn nur eine Zahl ist.
Und BLIGG, tut die 50 weh?
Nein, der Geburtstag hat mir nicht wehgetan. Das Alter ist für mich in erster Linie eine Zahl. Natürlich laufen mit 50 gewisse Dinge anders als noch mit 20, aber das ist völlig okay. Dafür hat man auf der anderen Seite gewisse Erfahrungswerte, die einen ein wenig entspannter durchs Leben gehen lassen. Für mich hebt sich das auf. Es ist lediglich die Vergänglichkeit, die vielleicht ein wenig an einem nagt.
Du bist ja auch mit 50 noch top in Form. Hast du einen Tipp, wie man das hinkriegt?
Du solltest Sport machen. Sport machen, genug Wasser trinken und genug schlafen.
Deine markante Stimme hast du gefühlt schon ewig. Hattest du die schon seit der Pubertät? Du könntest damit ja fast Telefonbücher vorlesen.
Danke fürs Kompliment. Ich habe mir die Stimme nicht ausgesucht und bin dankbar, dass ich sie habe. Als wir angefangen haben, Musik zu machen, ist mir das selbst gar nicht so aufgefallen. Das ist etwas, das man entweder hat oder nicht. Es war einfach so. Ich habe Musik gemacht und Texte geschrieben, mein Fokus lag auf den Songs und den Inhalten.
2013 musste ich mich dann einer Stimmbandoperation unterziehen. Das war heftig. Es war nach dem Album «Bart aber herzlich», als gerade alles durch die Decke ging. Wir spielten unzählige Shows und machten viele Aufnahmen im Studio. Auf meinem Unplugged-Album «0816 nackt» und auf einigen Festivalaufnahmen hört man, dass meine Stimme damals kurz vor dem Abnippeln war. Schliesslich liess ich das im Spital untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass ich einen Polypen auf den Stimmbändern hatte, der entfernt werden musste.
Und genau das beschäftigt einen wohl am meisten: Kann eine solche Operation die Stimme dauerhaft verändern?
Genau das habe ich damals die Ärzte gefragt: Werde ich meine Stimme nach der Operation wiederhaben? Sie sagten, das stehe und falle mit der Heilung der Narben. Sie haben den Polypen unter Vollnarkose entfernt. Ich glaube, meine Stimme ist seither nicht mehr ganz dieselbe. Beim Song «Manhattan» habe ich beispielsweise sehr hoch in der Kopfstimme gesungen. Das kann ich heute nicht mehr. Wir haben es bei einzelnen Aufnahmen wieder versucht. Mein Produzent Fred sagte: «Mach doch wieder wie damals.» Und ich antwortete: «Fred, ich bringe es nicht mehr hin.» Die Operation hat definitiv Spuren hinterlassen.
Bei Jon Bon Jovi ging es sogar so weit, dass er bei Stadionkonzerten Teile nicht mehr selbst singen konnte und das Publikum für ihn eingesprungen ist.
Ja, das ist das Gute, wenn du ein grosser Star bist: Dann können die Fans deine Texte übernehmen.
Die Stimme ist dein Arbeitsinstrument. Wie pflegst du sie, neben einem Schluck Wasser?
Ich muss sagen, ich bin da nicht sehr vernünftig, was die Stimme betrifft. Ich habe Stimmübungen, die ich vor einer Show mache. Ich habe eine Weile lang Vocal Coaching gemacht, bei jemandem, der mir einfach beigebracht hat, dass die Stimme bei einer 90-Minuten-Show auch nach der 60. Minute noch eine gewisse Performance hat. Das habe ich schon ein Stück weit gelernt, in jüngeren Jahren. Aber ansonsten gibt es da keine grossen Rituale.
Du blickst auf Instagram gerade auf deine 30 Jahre als Musiker zurück und teilst Geschichten aus deiner Karriere. Eine davon ist für mich besonders präsent: das Luzerner Fest 2009, als du vor dem Schweizerhof gespielt hast und sich die Menschenmassen bis zur Seebrücke erstreckten. Die Polizei wollte das Konzert aus Sicherheitsgründen abbrechen. Ich war damals als Moderator mittendrin. Hast du diese aussergewöhnliche Dynamik auf der Bühne mitbekommen?
Natürlich nimmst du die Menschenmassen wahr. Du spielst in diesem Moment für sie. Ich habe schon gemerkt, dass es am Bühnenrand nervös wird. Was genau los war, haben wir auf der Bühne aber nicht gewusst.

Wenn du auf deine Karriere zurückblickst, fällt auf, wie wichtig dir die Nähe zu deinen Fans immer war. Du hast ihnen nicht nur auf der Bühne etwas zurückgegeben, sondern auch einen Award verschenkt, der dich nun nach 26 Jahren wieder erreicht hat. Die Geschichte dahinter ist ziemlich besonders. Was bedeutet dir diese Verbundenheit mit deinem Publikum?
An meinem 50. Geburtstag habe ich im kleinen Rahmen gefeiert. Mein alter guter Freund Alex ist vorbeigekommen, mit ihm habe ich angefangen, Musik zu machen. Dann kommt er herein und packt aus dem Rucksack etwas Schweres aus. Ich mache es auf: Das war ein Award von einem Hip-Hop-Magazin, das damals von Luzernern gemacht wurde, by the way von Jubaira.
Wir haben damals den Award gewonnen und zwei Stück davon bekommen. Ich habe einen davon ans Publikum verschenkt, als Dank für den Support. Alex hat ihn nach Hause getragen, 26 Jahre bei sich behalten und schenkt ihn mir jetzt zum 50. Geburtstag wieder. Das war herzerwärmend.
Irgendwie habe ich mich schon immer dazu verpflichtet, den Leuten etwas zurückzugeben, die kilometerweit an meine Show kommen, die für einen Babysitter schauen, damit das überhaupt möglich ist. Wenn bei meiner Hallenstadionshow 14'000 Leute im Stadion stehen, finde ich es nach 30 Jahren Musikarbeit immer noch wahnsinnig, dass sie sich für diesen Abend entscheiden und zu mir kommen.
Nach 30 Jahren Musikarbeit finde ich es immer noch wahnsinnig, dass die Leute alles andere stehen und liegen lassen, einen Babysitter organisieren und sich entscheiden, für einen Abend zu mir an die Show zu kommen.
BLIGG
Spüre ich da eine gewisse Demut? Ein anderer würde vielleicht sagen: «Ich bin ein grosser Star, natürlich kommen die Leute an meine Shows.» Du siehst das offensichtlich anders.
Andy, du weisst, wie leidenschaftlich ich bei der Sache bin. Wir kennen uns ja nicht erst seit gestern. Ich habe auch schon oft in Interviews gesagt: Wenn es nicht meine Leidenschaft für die Kunst und das kreative Schaffen gäbe, könnte ich sehr gut darauf verzichten, in der Öffentlichkeit zu stehen. Ich habe es eigentlich lieber ruhig.
Das ganze Brimborium rundherum, die Awards und Auszeichnungen, ist natürlich eine Bestätigung für das, was man macht. Wenn du ein Jahr lang allein in deinem Kämmerchen sitzt und an einem Text feilst und dieser bei den Leuten gut ankommt, ist das ein schönes Gefühl. Aber diese ganzen Statussymbole und Erfolgsmeldungen können für mich auch belastend sein.
Ich habe, glaube ich, sieben Swiss Music Awards gewonnen und war dreimal beim Prix Walo. Die stehen bei mir im Studio, das in mehrere Räume unterteilt ist, hinten in einer Ecke. Wer sie anschauen will, kann das gerne tun. Aber ich möchte sie nicht ständig vor Augen haben. Sonst schaust du bei jedem Song, den du schreibst, auf diese Auszeichnungen, und sie hängen wie ein böses Omen über dir: Der nächste Song muss wieder genauso erfolgreich werden. Genau diesen Druck möchte ich nicht.
Das heisst, du bist wirklich drucklos? Und hast du trotzdem Freude, wenn ein Song chartet? Was macht dieses Album für dich erfolgreich?
Komplett frei, frei, frei. Das Album ist natürlich aufgeladen mit Emotionen, es ist für mich ein spezielles Album. Es ist das Album, das in meinem Jubiläumsjahr herausgekommen ist, es ist Bestandteil dieses Jahres, es wird Bestandteil der Hallenstadionshow sein. Und es ist das Album, das ich nie live spielen werde, weil wir damit nicht auf Tour gehen. Das ist das erste Mal.
Das Budget war ein Thema. Generell: einen Song im Studio aufnehmen. Ein Studiotag hat damals, in einer Zeit, in der du noch nicht einfach ein MacBook hattest, mit dem du eine ziemlich geile Qualität hinkriegst, 2500 Franken gekostet, mit dem Ingenieur, der dich aufnimmt. Und das brauchst du, um eine anständige Vocal Chain zu haben, damit deine Stimme über das Mikrofon auf einer Platte gut klingt. Zahl das mal als 21-Jähriger, der keine Kohle hat.
Du hast in Interviews erzählt, wie schwierig die finanziellen Anfänge deiner Karriere waren. Obwohl du bereits Musik gemacht und Konzerte gespielt hast, blieb am Ende oft kaum etwas übrig. Du hast sogar erzählt, dass du zeitweise Angst hattest, den Briefkasten zu öffnen. Was hat dir geholfen, aus dieser Situation herauszukommen?
Was es gebraucht hat, ist ein Management, das dann gekommen ist, nachdem ich schon vier Alben hatte. Ich habe am Anfang alles selber gemacht. CDs aus dem Kofferraum verkauft, Clubshows selber gebucht, die Leute ausgezahlt, am Schluss selber keine Kohle mehr gehabt und bin nach Hause gegangen. Wir haben die Show gespielt und so weiter und so fort.
Den Briefkasten habe ich zeitweise gar nicht mehr geöffnet, weil ich Angst davor hatte, was mich darin erwartet. So ist ein regelrechter Teufelskreis entstanden.
Sicher geholfen hat mir mein damaliger Manager Alon, der damals im Schweizerhof war. Der hat Topalben gemacht und mir sehr viel gelehrt. Er ist zu einem grossen Teil mitverantwortlich, auch für «0816» und alles, was dazugehört.
Und von meiner Seite her war es wichtig, als das erste Mal ein bisschen mehr Geld hängen geblieben ist, die Reduktion auf ganz, ganz einfache Dinge. Ich habe mir gesagt: Du hast keine Ahnung, wie man mit Finanzen umgeht. Also halte dich klein, mach weiter dein Zeug, geh weiter Shows spielen und schau, dass wieder Geld reinkommt.
Trotz der finanziellen Sorgen und der schwierigen Zeiten hast du immer weitergemacht. Was hat dir in diesen Phasen Halt gegeben und dich motiviert?
Das waren mehrere Dinge. Mich hat die Leidenschaft für das, was ich mache, immer wieder angetrieben. Das nächste Projekt, die Liebe zur Kunst und der Wunsch, den Leuten etwas zu geben. Dazu kam eine grosse Portion Demut. Ich habe immer wieder Menschen erlebt, die mit schweren Schicksalsschlägen oder Krankheiten zu kämpfen hatten. Das hat mir vor Augen geführt, wie viel Glück ich eigentlich habe und welche Möglichkeiten mir offenstehen.
Natürlich hatte ich auch meine dunklen Zeiten. Als ich Vater wurde, kam noch einmal eine ganz andere Verantwortung dazu. Ich hatte einen Grund, weiterzumachen: Meine Kinder brauchen mich. Und am tiefsten Punkt habe ich für mich entdeckt, wie viel mir Sport gibt. Er hilft mir, Stress abzubauen, besser zu schlafen und insgesamt ausgeglichener zu sein. Zusammen mit genügend Wasser und Schlaf sind das für mich drei einfache Dinge, die eine stabile Grundlage schaffen.
Die Leidenschaft für die Kunst, meine Kinder und der Sport haben mir immer wieder Halt gegeben. Sie haben mir gezeigt, wofür es sich lohnt, weiterzumachen.
BLIGG
Und was für Sport? Kickboxen, wenn du von Aggressionen sprichst?
Nein, du kannst Kraftsport machen, du kannst Cardio machen, du kannst schwimmen gehen, du kannst draussen joggen gehen, schön an der Luft, schön in der Natur, das Handy mal weg, mal ein wenig Ruhe im Leben. Genauso wie ich auf der Bühne eine Rampensau bin, laut und Action, habe ich auch gerne ganz ruhige Zeiten, in denen ich mit mir selber bin und mir an einem verregneten Sonntag Gedanken machen kann, über was auch immer.
Zum Musiker Stress: Wie ist es heute zwischen euch? Ihr seid die zwei Grossen in diesem Musikstil, Rap und Pop. Wie steht ihr zueinander?
Wir haben eine sehr lange Freundschaft. Wir waren damals Kids, die auch Lanzen gebrochen haben. Wir stehen ein Stück weit, zumindest in dieser Epoche, für den Röstigraben. Der eine aus der Deutschschweiz, der andere aus der Romandie. Es gibt viele Geschichten, wieso das so ist und warum wir das miteinander verknüpfen.
Viele haben dich erst mit dem Album mit der Streichmusik und dem grossen Hit «Rosalie» so richtig wahrgenommen. Dabei warst du da schon seit Jahren als Musiker unterwegs. Hat es dich je gestört, dass der grosse Durchbruch erst später kam, oder war es für dich einfach der richtige Moment?
Nein, das nervt mich überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich finde es perfekt, wie es ist. Der grosse Durchbruch war weder geplant noch sonst etwas. Plötzlich ist da etwas Riesiges entstanden, und die Fans gehen gerne damit um. Egal, wo du hingehst, alle schauen, wenn du in den Raum kommst. Jeder will etwas. Das hat inzwischen auch etwas abgenommen, weil die Fans älter und vernünftiger geworden sind.
Gibt es noch Reaktionen darauf wenn du heute unterwegs bist?
Ja, ja, klar. Aber damals war es wirklich etwas, das man so in der Schweiz nicht gekannt hat. Wir sind irgendwo mit dem Auto hingefahren, ausgestiegen, und Trauben von Menschen kamen, zum Teil sind sie dem Auto nachgerannt. Das hat es vorher so nicht gegeben. Es war intensiv.
Aber ich bin dankbar, dass ich vorher eine Zeit erlebt habe, in der ich schon gelernt habe, damit umzugehen. Ich wusste, was es heisst. In einem kleinen Rahmen war das wie ein Testfeld, bevor es wirklich gross geklopft hat. Ich habe auch viele andere beobachtet. Damals waren Castingshows recht verbreitet, ich war selbst einmal in einer Jury. Da hast du gesehen, wie es ist, wenn es nur um die Musik geht und du über Nacht zum Superstar wirst. Die meisten von denen sind daran zerbrochen, weil das von null auf hundert kommt. Luca Hänni und Beatrice Egli sind die positiven Beispiele, die konnten sich halten, die gibt es immer noch. Aber es gab schon ein paar, die das nicht verkraftet haben.
Wie bist du damit umgegangen?
Ich war ja damals schon 30. Ich hatte schon fünf Alben gemacht und meine Gehversuche hinter mir. Ich wusste, was Neid bedeutet, ich wusste, was es heisst, wenn es «bäm» macht und man damit umgehen muss. Ich wusste, dass man am Boden bleiben muss. Deswegen vielleicht auch eine gewisse Demut.
Heute geht bei den Jungen ein Insta-Reel ein bisschen viral, und schon ist es passiert. Ich glaube, ich hatte innerhalb dieser Thematik ein sehr gesundes Wachstum.
Als BLIGG stehst du in der Öffentlichkeit, Marco Bliggensdorfer hält sein Privatleben und vor allem seine Familie weitgehend aus dem Rampenlicht. Trotzdem verarbeitest du persönliche Themen in deiner Musik. Wie findest du die Balance zwischen dem, was du als Künstler preisgeben möchtest und dem, was privat bleiben soll?
Ich empfinde das nicht als schwierig. Gut, ich bin natürlich auch jemand, der Texte verfasst. Bei meinem Song «Fabienne» habe ich ganz explizit einen Namen genannt. Das hat es genau einmal gegeben, bei über 350 Songs, die ich mittlerweile geschrieben habe.
Auf dem neuen Album gibt es zum Beispiel den Song «Rosegarte». Darin thematisiere ich die Beziehung zwischen Kindern und Eltern – aus der Perspektive eines Vaters von zwei Kindern, aber auch aus der Perspektive eines Sohnes. Es gibt Umschreibungen, mit denen man persönliche Themen ausdrücken kann, ohne Namen nennen zu müssen. Ich kann über meine Kinder reden, ohne sie gleich auf ein Boulevardmagazin-Cover ziehen zu müssen, nur damit ich eine Story bekomme, weil ich gerade ein Album promoten will. Dort hört es bei mir auf.
Sie wissen, wer ich bin, sie wissen, was ich mache. Aber zuhause bin ich der Papi.
BLIGG
Deine Kinder bekommen natürlich mit, dass ihr Vater als BLIGG auf der Bühne steht und in der Öffentlichkeit bekannt ist. Gerade in der Schule dürften auch ihre Gspänli neugierig sein. Wie gehen deine beiden Kinder damit um, und wie gelingt es dir, dass sie dich zuhause einfach als ihren Papi erleben?
Mein Sohn geht sehr gut damit um. Er hat kein Handy, auf dem er jetzt auf TikTok anschauen würde, was sein Vater macht. Bis 18 bekommt er auch keines, habe ich ihm gesagt. Er ist dafür ein Computernerd, bei dem man aufpassen muss, dass er sich nicht bei der NASA reinhackt.
Und die Kleine ist eher das Showgirl. Sie liebt die «Demon Hunters», die Huntrix, die tanzenden Sängerinnen. Sie liebt Kleidchen und solche Sachen. Sie singt auch «Manhattan» von mir. Der Kleine übrigens auch. Dann hörst du ihn irgendwo in der Ecke, wie er «Di gliche Träum» singt. Ich frage: «Wie, gefällt dir der Song?» Und er sagt: «Ja, doch, den finde ich noch easy.»
Aber sie suchen es nicht. Sie wissen, wer ich bin, sie wissen, was ich mache. Ich habe den Eindruck, dass sie das bis jetzt noch recht gut trennen können. Ich bin zuhause der Papi.
Und die Reaktionen von den Gspänli?
Die sind zum Teil schon da. Bei meiner Tochter hatten sie letztes Mal ein Projekt, bei dem sie innerhalb einer Woche von jedem Kind den Schulweg ablaufen, damit sie wissen, wo die anderen wohnen, falls einmal etwas ist. Und jetzt sind sie natürlich auch zu uns gekommen. Ich war im Keller am Arbeiten, in meinem Büro, und höre schon von Weitem: «Ist er zuhause, dein Papi? Sehen wir jetzt den BLIGG? Meinst du, wir können ihn sehen?»
Ja, du bist halt ein guter Papi.
Das musst du meine Kinder fragen. Das würde ich jetzt nicht von mir selbst sagen, aber ich gebe mir zumindest Mühe.
Danke, BLIGG, für die offenen Einblicke, den Talk und natürlich für 30 Jahre Musik, die unser Land begleitet und geprägt hat. Alles Gute zum 50. Geburtstag und weiterhin viel Leidenschaft für alles, was noch kommt!

Lorena Imfeld
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