Radio LozärnInserieren
StartVodcastWarum Garagentore für Roger Miazzo mehr als Blech sind

Warum Garagentore für Roger Miazzo mehr als Blech sind

Roger Miazzo, Mitinhaber und Geschäftsführer der Sisto GmbH in Stans, spricht im Vodcast von Radio Lozärn mit Andy Wolf über Tore, Sicherheit und den Neuanfang mit 50.

Lorena ImfeldVon Lorena Imfeld · 22. September 2026

Ein Garagentor ist kein Thema, das im Alltag viel Aufmerksamkeit bekommt. Es geht auf, es geht zu und erst wenn es das nicht mehr tut, wird es plötzlich wichtig. Genau darüber spricht Moderator Andy Wolf in diesem Vodcast mit Roger Miazzo, Mitinhaber und Geschäftsführer der Sisto GmbH aus Stans. Herausgekommen ist ein Gespräch, das weit über Technik hinausgeht: Über Kundenkontakt, Führung zu viert, einen Bürohund und die Frage, was ein kleines Unternehmen im Handwerk zusammenhält.

Was Sisto macht und warum Garagentore mehr sind als Blech

Gleich zu Beginn will Andy Wolf wissen, wofür Sisto eigentlich steht. Roger Miazzo erklärt, das Unternehmen montiere Garagentore, Haustüren und kleinere Baunebenprodukte. Rund 70 Prozent des Geschäfts entfielen auf Garagentore, etwa 30 Prozent auf Haustüren. Umgesetzt wird das zusammen mit einem starken Partner: Dem Hersteller Hörmann.

Auf die Frage, ob er nach über drei Jahrzehnten in der Branche überhaupt noch an einem Garagentor vorbeigehen könne, ohne es zu bewerten, antwortet er mit einem klaren Nein. «Wenn ich durch ein Quartier gehe und alte Garagentore sehe, muss ich sagen, dass es Zeit wäre, sie zu ersetzen», sagt er. 

Dass er dem Metier so lange treu geblieben ist, hat mit Zufall und mit Vielfalt zu tun. Ursprünglich kam Roger Miazzo aus dem Tiefbau, dem Strassenbau und aus Sanierungen. Über einen Stellenwechsel rutschte er in die Torbranche. Was ihn dort hält, sei die Entwicklung des Produkts und vor allem die Unterschiedlichkeit der Kundschaft. Kein Beratungstermin gleiche dem anderen, sagt er im Gespräch: Die eine Kundin wolle es so, der nächste Kunde anders, der eine Auftrag sei einfach, der nächste anspruchsvoll.

Vom Kipptor mit Holzlatten zum leisen Sektionaltor

Technisch hat sich viel verändert: Statt einfacher Holz-Kipptore dominieren heute Sektionaltore, ergänzt durch moderne Steuerung per Smartphone. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sektionaltore sind hochwertiger, leiser, besser isoliert, sparen Platz beim Öffnen und sind inzwischen sogar günstiger als Kipptore.

Auch farblich hat sich der Geschmack von Braun, Grün oder Rot zu Grau- und Silbertönen verlagert. Die Rollenverteilung beim Kauf erlebt er oft ähnlich: Dem Mann zählt die Funktion, die Frau wählt die Farbe. Wer dabei auf auffällige Töne wie Gelb oder Orange setzt, sollte dies vorab mit der Gemeinde abklären – beim Bewährten bleibt man hürdenfrei.

Privatkunden, Verwaltungen und Ausschreibungen

Auf die Frage nach der Kundenstruktur nennt Roger Miazzo ein Verhältnis von rund 50 zu 50: Neben zahlreichen Privatkunden betreuen sie auch Liegenschaftsverwaltungen bei Sanierungen und Schadenfällen sowie Architekturbüros bei öffentlichen Ausschreibungen. Der Ablauf startet fast immer gleich: Ein Experte der Sisto GmbH begutachtet die Situation vor Ort und prüft, ob eine Reparatur noch lohnt – bei einem 30-jährigen Tor reichten 1'000 Franken meist nicht mehr. Erst dann folgen Wünsche, Varianten und Farben.

Dass Andy Wolf vor jedem Frühdienst bange, ob sich das Garagentor öffne, nimmt Roger Miazzo gelassen: Sisto bietet einen 24/7-Pikettdienst für Notfälle. Zudem verfüge jedes Tor über eine Notentriegelung – meist eine Kette mit rotem Knopf am Antrieb. Dass diesen Mechanismus kaum jemand kennt, nimmt er mit Humor.

Zwei Anekdoten verdeutlichen den Alltag: Einmal blockierte ein 20 Zentimeter langes Rasenmäherblatt das Tor einer Kundin, das tags zuvor vom Nachbarn über die ganze Strasse geflogen war. Ein andermal verfing sich eine Nachbarskatze in einer fremden Garage, deren Besitzer direkt in die Ferien fuhr – das Tier überlebte nicht. Beides seien tragische Zufälle, betont er, die nichts mit der Sicherheit der Tore zu tun haben.

Sicherheit als Verkaufsargument

Sicherheit ist laut Roger Miazzo heute ein sehr grosser Punkt. Antrieb, Lichtschranken und weitere Sicherheitselemente hätten den Standard laufend gehoben. Über das Garagentor in ein Haus einzudringen, sei kaum mehr realistisch: «Entweder muss man gewaltsam in die Garage hineinfahren – oder ein Fenster ist schneller eingeschlagen», sagt er. 

Gefragt, wie man eine solche Dienstleistung verkauft, wenn die meisten Menschen erst anrufen, wenn nichts mehr geht, verweist Roger Miazzo auf Flyer und Prospekte sowie auf die Werbung gemeinsam mit Hörmann. Im Zentrum stehe dabei das Sicherheitsthema. Bei alten Toren habe niemand darauf geachtet, ob sich ein Kind die Finger einklemmen könne. Genau darauf reagierten Familien: Wer kleine Kinder habe, melde sich, weil ihm beim alten Tor nicht mehr wohl sei.

Auch die Preisspanne spricht Andy Wolf an. Ein Tor für eine Einzelgarage mit den früher üblichen Massen von 2,5 mal 2 Metern koste inklusive Antrieb heute rund 2'500 Franken. Nach oben ist die Spanne offen: Bei speziellen Oberflächen und Farbwünschen landet man bei 15'000 bis 20'000 Franken. Solche Aufträge, meist für grosse Garagen an Villen, gebe es zwei bis drei pro Jahr. Ein goldenes Tor hat bisher allerdings (noch) niemand bestellt.

Roger Miazzo, Mitinhaber und Geschäftsführer der Sisto GmbH zu Gast im Vodcast mit Andy Wolf bei Radio Lozärn.
Roger Miazzo, Mitinhaber und Geschäftsführer der Sisto GmbH, zu Gast im Vodcast mit Andy Wolf bei Radio Lozärn.

Mit 50 nochmals neu anfangen

Persönlich wird das Gespräch beim Thema Firmenübernahme. Roger Miazzo stieg zunächst als Projektleiter ein, den Kontakt vermittelte die Firma Hörmann. Als der Seniorchef aufhören wollte, ging es schneller als gedacht. Den Anstoss dazu gab ein runder Geburtstag. «Ich wurde 50 und habe mir Gedanken gemacht, ob ich das noch 15 Jahre machen möchte oder ob ich mit 50 noch etwas Pfupf habe», erzählt er. Er entschied sich für den Wechsel.

Was es braucht, damit es weiterhin funktioniert, beantwortet er ohne Umschweife: Die Qualität der ausgeführten Arbeit, eine saubere Montage, ein freundlicher Umgang mit der Kundschaft und der persönliche Kontakt. Die meisten Termine mache er selbst. Die Leute schätzten es, dass der Chef vorbeikomme und nicht laufend jemand anderes. Vom ersten Augenschein über die Ausmasse bis zur Bestellung bei Hörmann laufe der ganze Auftrag über seinen Tisch, danach übernehme die Montageplanung. Der Vorteil eines kleinen Betriebs mit einem grossen Lieferanten im Rücken sei die Flexibilität, ergänzt er. Bleibe alles in einer Hand, sinke die Fehleranfälligkeit.

Führung zu viert, ein Firmenausflug und der Bürohund

Die Geschwister Stocker und Miazzo teilen sich die Verantwortung. Wie das funktioniert, wenn man unterschiedlicher Meinung ist, will Andy Wolf wissen. Die Antwort ist unspektakulär: Man stimmt ab. Zum Glück gehe es dabei um geschäftliche und nicht um familiäre Entscheide und jede Person habe ihren eigenen Aufgabenbereich. Bisher habe das gut geklappt.

Beim Thema Firmenkultur zeigt sich, dass Sisto auf gemeinsame Erlebnisse statt auf lange Essen setzt. Eine kleine Weihnachtsfeier findet im Geschäft statt, wichtiger ist der jährliche Firmenausflug mit dem ganzen Team. Das sei ungezwungener und schöner, als vier oder fünf Stunden zusammen zu essen und dann nach Hause zu gehen. In diesem Jahr musste der Ausflug wegen Krankheiten und Ausfällen im Betrieb gestrichen werden. Geplant ist als Nächstes wieder eine zweitägige Variante, allenfalls mit einem Besuch des Hörmann-Werks in Deutschland.

Für die Sicherheit vor Ort sorgt der eigene Hund TICO. Er sei tagsüber mit dabei und begleitet ihn, wenn er unterwegs ist. Angst müsse niemand haben, auch wenn früher der Pöstler etwas Respekt gezeigt habe. An das Auf und Zu der Tore hat sich der Vierbeiner längst gewöhnt.

Wachstum im Sanierungsgeschäft

Der Grund ist wirtschaftlicher Natur: Ob und wie viel neu gebaut wird, lasse sich nie voraussagen. Bei alten Toren dagegen gebe es noch sehr viel zu tun. Roger Miazzo verweist auf ältere Mehrfamilienhäuser mit einer ganzen Reihe einzelner Garagen und entsprechend vielen alten Toren, während heute meist eine Tiefgarage mit einem einzigen Tor gebaut wird. Solche Objekte würden ihn als Auftrag durchaus reizen.

Und wie lange will er selbst noch? Bis 65, sagt er. Danach werde man weitersehen, vielleicht bleibe noch eine Tätigkeit nebenbei. Wichtiger sei ohnehin etwas anderes: «Auf jeden Fall gesund bleiben, das ist das Wichtigste», sagt er.

Lorena Imfeld

Lorena Imfeld

Als Content Creator ist Lorena verantwortlich für die Gestaltung von Reportagen, Ads und digitalen Formaten. Sie verleiht unseren Kundinnen und Kunden einen modernen Auftritt und achtet dabei auf ein klares, strukturiertes Design. So verbindet sie Inhalte mit einer ansprechenden Optik, die das Publikum direkt erreicht. So entstehen Beiträge, die inhaltlich wie visuell überzeugen.

Mehr Beiträge von Lorena Imfeld →